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Gebote der Bibel als Prinzipien seelischer Ganzheit  
geordnet mit dem kabbalistischen Baum des Lebens 




Einführung        Tabelle 

Die mindestens aufs Mittelalter, vielleicht auch bis zu vorbiblischen, babylonischen, ägyptischen oder gar atlantischen Zeiten zurückreichende Tradition der Kabbalah (hebräische Mystik) ist mittlerweile umfangreich und vielseitig entwickelt (mitunter auch kontrovers). Eine einheitliche Darstellung kann nicht gegeben werden. Das Studium kabbalistischer Lehren und der darin enthaltenen Theologie, Philosophie und Psychologie eröffnet ein weitreichendes Verständnis für ganzheitliche Zusammenhänge von Natur, Mensch und der menschlicher Psyche. Wer will, erhält auch einen Blick hinter die Oberfläche des Christentums und anderer Religionen. Die traditionellen Konzepte finden in userer Zeit z.B. in der Psychologie nach C.G.Jung und zB auch im zunehmend im NLP ihre Entsprechung, womit die Anwendungsmöglichkeiten des enthaltenen Wissens über das interdisziplinäre Verständnis hinaus auch in Bereichen wie Gesundheit, Lebensfreude und nicht zuletzt auch in Magie als 'Yoga des Westens' liegen können. 

Der kabbalistische 'Baum des Lebens' (Bild: eine mögliche Darstellung) bildet das 'Skelett' der Kabbala und ist ein glänzendes Beispiel für eine Landkarte des Kosmos, des Menschen, seiner Psyche und seiner Kultur. Für unzählbare Konzepte aus allen denkbaren Bereichen lassen sich darin Entsprechungen und Verständnis finden. So sind die Gebote der Bibel nur ein Beispiel daraus. 

Hauptsächlich zehn Zentren - Früchte am Lebensbaum - stehen für zehn allgemeine archetypische Gesetzmäßigkeiten, aus denen sich die Welt und alles in ihr zusammensetzen. Diese Gesetzmäßigkeiten sind besonders dadurch charakterisiert, dass sie - mehr oder weniger allgemein gehalten - sowohl theologisch, als auch philosophisch, psychologisch und physikalisch zugleich gelten. 

In folgender Tabelle ist der Schwerpunkt die Interpretation im psychologischen Reich (kabbalistisch: Yetzirah), in dem das stattfindet was z.B. C.G.Jung 'Individuation', seelische Ganzwerdung genannt hat. Der Vergleich mit den Geboten der Bibel zeigt, daß religiöse und psychologische Ziele nicht unbedingt grundverschieden sein müssen und die Einhaltung der Gebote auch als nichtreligiöser Mensch bei angemessenem Verständnis möglich, ja sogar notwendend ist. Angst, Not und Schuldgefühle resultieren weniger aus dem vermeintlichen Übertreten der Gebote als aus dem falschen Verständnis ihrer Weisheit. Der Erlöser kann man selbst sein, das Göttliche ist in einem enthalten (auch wenn das einem gewissen narzistischen Klerus vielleicht missfällt). Und: sich führen zu lassen und Führung sind ebenso nicht unmöglich. 

Im praktischen Detail kann und darf eine 'Landkarte des Bewusstseins' usw von dem hier gezeigten archetypische Beispiel abweichen und individuell aussehen. Ferner kämen für Arbeiten von der Art der Personalen Integration primär die Subpersönlichkeiten (archetypisch hier die 22 bunten Pfade im Bild = die 22 Chancen zur Individualität, Trumpfkarten im Tarot) in Betracht. Die Methoden zur Integration von Seelenteilen sind vielfältigst, angefangen zB beim Selbstgespräch mit Subpersönlichkeiten. 

Diese Seite ist ein wichtiger Schritt für mich zu meiner Selbstbefreiung aus dem 'Chrismus', bei gleichzeitigem Versuch sogenanntes Christliches Gedankengut gebührend zu würdigen. Ein gutes Beispiel für eben jenes 'Ich bin OK, Du bist OK', den zentralen Leitsatz der Transaktionsanalyse und der Personalen Integration, auch bekannt als das 11. Gebot von Jesus im Zentrum des Gütesiegels von Salomo. Eloah va Da'ath, 

liebe Grüße an alle Leser,  
Silva




Sefirah
Gebot psychologische Deutung




Kether 
Krone
1 "Ich bin der Herr, Dein Gott. Habe keine anderen Götter neben mir." 

Ich bin alles was Ich haben kann und der wertvollste Mensch für mich. Ohne mich gäbe es mich nicht. 

...

Hier geht es um die Ganzheit und Einheit des göttlichen Wesens, etwas anderes daneben bedeutet immer auch einen Verlußt für die Ganzheit. Das bedeutet psychlogisch, eine Teilung des eigenen Wesens und macht sich in einer Störung des Seelenfriedens bemerkbar. Dies ist ebenso allgemein zu verstehen wie Kether das Ganze aller anderen Sefiroth ist. Und keine Sefirah ist wichtiger als andere, keine Erscheinung Gottes bedeutender als andere. Zusammen sind sie das Eine.
Chockmah 
Weisheit 

bärtiger alter Mann

2 "Führe nicht unnütz den Namen Deines Herrn." 

Ich nutze meinen Namen. 

Mein Name ist schön. 

...

Das bedeutet absolut nicht, etwas nicht sagen zu dürfen oder sich etwas nicht durch vorstellungen und Bilder verständlich machen zu dürfen. Vielmehr wird vor dem Mißverständnis gewarnt, einen Namen oder eine Definition des Göttlichen Wesen für das ganze göttliche Wesen zu halten. Gott ist mehr. Ebenso könne niemand ohne weiteres behaupten, Gott ganz und gar mit einfach nur einem Satz wie 'Gott ist der Schöpfer' o.ä. verstanden zu haben. Das Tao, welches Du verstanden hast, ist nicht das Tao. Es geht hierbei auch  um die Verwechselung von Ursache und Wirkung, von Krise und Symptom. Das Bild von Gott ist nur eines von vielen möglichen und nicht Gott selbst.
Binah 
Verständnis 

Saturn 
...

3 "Heilige den Feiertag." 

Ich nehme mir Zeit und Raum. 

I take care. 

...

Sapere aude - gebrauche Deinen Verstand. Nimm Dir die Zeit für Ruhe und Beobachtung, für Kontemplation und Meditation. Zeit in der Du Dein 'Werk', Dich, Dein Leben und Deine Lebensinhalte betrachtest.
Chesed 
Güte 

Reichtum 
...

4 "Ehre Vater und Mutter." 

Ich kann lernen mir meine Bezugspersonen nach meinen Wünschen auszuchen wie es für mich wirklich angenehm ist. 

...

Das bedeutet nicht, Deinen leiblichen Eltern gehörig Tribut zollen und ihnen alles abkaufen zu müssen. Das wäre ja beinahe Gerontokratie (Altenherrschafft). Die Bibelstellen über die leiblichen Eltern von Jesus zeigen alles andere als Entgegenkommen und deren Rolle als Randfiguren. Er will sie nicht sehen (Matthäus 12,46; Markus 3,31; Lukas 8,19; Johannes 2,4). Das Bezugsverhältnis der Generationen findet auch in Deiner Psyche statt, zwischen Seelenteilen. Mit 'Vater' und 'Mutter' sind hier vor allem Binah und Chokmah gemeint, und damit entsprechende Teile Deines göttlichen Wesens. Eine weitere symbolische Deutung (danke Elias!) ist, Mutter = Mater = Erde/Materie = Körper und Vater = Geist. Ehre Deinen Geist und Deinen Körper. Die Darstellung dieser Zweiheit mit den beiden Dreiecken des Davidsterns, auch Sigel Salomos genannt, führt zu weiteren Deutungsmöglichkeiten (dieser Stern, im oberen Teil des Lebensbaumes gesehen, hätte Da'ath zum Zentrum).
Geburah 
Urteil 

Ares, Mars 
Thor 
...

5 "Töte nicht." 

Mein Leben ist wertvoll. 

...

Anstelle Angst vor Veränderungen zu haben: Vernichte, wenn schon, dann schlechtes und altes. Irrtümer, Unrecht, falsche Denk- und Verhaltensweisen. Anstelle einen Teil von Dir ins Leere zu verdrängen (Kelippoth), fülle ihn (Schale) mit neuer, positiver Bedeutung für Dich, Deine Verbündeten und Deine Umwelt.
Tiphereth 
Schönheit 

Herrlichkeit 
Selbst 
Christus 
Kirshna 
Buddha 
Apollo 
Ra 
...

6 "Brich keine Ehe." 

Ich kann lernen, mir zu vergeben.

...

Es wäre ein fatales Mißverständnis hier zu verstehen 'Du sollst heiraten und zwar für ewig.' Die Ehe ist ein Symbol für stabile, Gott gewollte Ordnung. Es geht darum, sie (die Ordnung) überhaupt erstmal zu erreichen. Und dann, sie zu behalten. 
Unbewußtheit und Wesensspaltung ist die eigentliche Sünde. Ein teilweise unbewußtes Wesen ist schon gespalten in bewußt und unbewußt. Die eigentliche Erbsünde lebt davon, daß man nicht tatsächlich weis was man tut, die Lücken mit Halbwissen füllend. Das Ich (Jesod) ward bewußt wie vom Baum der Erkenntnis gegessen wurde (vielleicht ein Hinweis auch auf den Unterschied vom Tier zum Menschen). So entstand einst auch der Mond aus der Erde. Das Selbst (Tiphereth, Sonne) verblieb im Unbewußten wie der Baum des Lebens unerreichbar im Paradies und die Sonne in der Mitte unseres Kosmos.
Netzach 
Sieg
7 "Stehle nicht." 

Ich gehöre mir. 

...

Wahr ist, was sich bewährt. Die kreativen Kräfte der Natur siegen immer. Nicht ohne Opfer wirst Du sie erhalten. Wendest Du Dich zu sehr einem bestimmten Teil von Dir zu, lebst Du Dich zu einseitig aus, geht eine andere Seite von Dir leer aus. Du kannst Dir unerreichbare Ziele setzen um Deine Kreativität zu schüren. Ruhm wirst Du so nicht ernten, aber Dein Ego entmachten. 
Richte Dir Deine weltlichen Notwendigkeiten in Übereinkunft mit Deinen Verbündeten und Deiner Umwelt ein. Das gibt Dir das notwendige Ansehen. Und selbstrühmend in Übereinkunft mit Deinem Gewissen, das gibt Dir Ansehen bei Dir selbst.
Chod 
Ruhm 

Ehre 
Glanz 
Reflexion 
Echo 
Feedback 
Spiegelung 
Vererbung 
Entsprechung 
Hermes 
Merkur 
Hanuman 
Loki 
...

8 "Lüge nicht." 

Ich kann ehrlich zu mir selbst sein und die Wahrheit ist mir wichtig. 

...

Bemühe Dich um die ganze, nicht nur um die halbe Wahrheit. Dein Schatten ist mit Dir, nur in der Finsternis oder als Lichtwesen bist Du ohne. Verheimliche nicht Dein Unwissen. So bist Du frei zu lernen. 
Dies ist ein Aufruf zur Ganzwerdung. Gott ist kein zerteiltes Wesen, ebensowenig wie nur eine Sefirah oder nur ein Teil von Dir wichtig sein kann. Lügen ist die andere Seite von Stehlen. 
Wahrheit beruht manchmal in Schweigen. Du kannst nicht alles logisch begründen, denn könntest Du, so versuche zu begründen, daß nichts logisch ist. Du wirst begreifen, daß etwas ohne logische Begründung nicht automatisch falsch ist.
Jesod 
Fundament 

Mond 
Ich 
...

9 "Begehre nicht Deines Nächsten Haus." 

Ich schaue gerne in meinen eigenen Suppentopf. 

...

Es geht um Gedankengebäude, die auf einem stabilen Fundament stehen müssen. Jemanden um seine Meinung zu beneiden wirkt sich zB. darin aus, die eigene als besser verkaufen zu wollen oder sie für die einzig richtige zu halten. Finde Deinen eigenen Weg und respektiere andere. Lande auf Deinem eigenen Mond, aber schaffe Dir Dein Fundament in Übereinkunft mit Deiner Umwelt. Materiell und geistig. Das meint Stabilität, daß es befestigt ist. Und Freiheit besteht darin, daß Dein Fundament auch nur soviel befestigt wie notwendig ist. Wieviel Grundsätze benötigst Du wirklich? Prüfe Deine Überzeugungen ob sie Dich nicht etwa mehr fesseln als Dir Halt geben. Vieles an Überzeugungen kannst Du gefahrlos wechseln wie Deine Kleidung und Sprache. Der Rest ist teils konventionsentsprechende Uniform, teils Dein tatsächlich notwendiges Fundament. Erkenne!
Malkuth 
Reich 

Welt 
Ebene 
Plan 
...

10 "Begehre nicht Deines Nächsten Sachen." 

Ich begehre mich selbst. 

...

Haben und Sein verhalten sich zueinander wie außen und innen. Wahre Individualität und Unabhängigkeit für Dich hat ihren Ursprung in Deinem inneren. Dein Besitz und Dein Leben ist Dir so sicher wie der Zusammenhalt all Deiner bewußten und unbewußten Seiten.
Da'ath  
Wissen
11 "Liebe Deinen Nächsten wie Dich [Dein] Selbst." 

Ich bin immer mir selbst der Nächste.

Niemand kann in meiner Gegenwart glücklich sein wenn ich nicht zu meiner eigenen vollen Zufriedenheit handele.

... 
 

Solange Du Dich selber hasst oder auch nur einen Teil von Dir, solange Du Dir selbst fremd bist, wirst Du auch so manche andere Menschen, Sachen und Sachverhalte weder lieben noch verstehen können. Fang bei Dir selber an, oder Du wirst dich immer irgendwie heuchlerisch fühlen und für einen Heuchler gehalten werden. 
Da'ath ist Wissen. Wer sich selber weder kennt noch bejaht, der kann auch andere nur mißverstehen und ablehnen. je mehr Du Dich selber kennst, umso größer wird auch Dein Verständnis für Deine Mitmenschen.
Qlippoth  
Schalen 

Hülsen 
Müll 
Schatten 
Schüsseln 
schusselig 
Fehlgriff 

Tassen, die nicht 
im Schrank sind 

...


"Meide Hurerei." 

Ich übe Gleichgewicht.  

...

Ganz und garnicht ist Dies eine Anweisung zur Kostverächtung. Der König Salomo weis das z.B. sehr gut. 
Die Kellipoth ist die Welt der Schalen. Die Sefiroth als leere Prinzipienhüllen ohne Leben, ohne erfüllenden Inhalt. Allgemein bedeutet das einfach Ungleichgewicht und Sinnlosigkeit. Die eigentliche Ursache des Bösen ist nicht einfach nur das Verteufelte, es ist das Verteufeln selbst und überhaupt. Dennoch ist Abkehr vom Bösen nicht einfach möglich durch logische Umdefinition und Änderung der Einstellung. Der längste Teil des Weges ist seinem Wesen nach irrational, individuell und beruht auf angenehmer Erfahrung. 
Bis dahin herrscht Maßlosigkeit, wildes hin und her zwischen Extremen. Aufrichtige Gefühle werden zu heuchlerischer Sentimentalität. Zivilcourage verwandelt sich in brutale Einmischung, Hilfsbereitschaft in Bevormundung. Toleranz wird zu kalter Gleichgültigkeit. 
Es geht darum, die gegensätzlichen Kräfte in der eigenen Psyche im Gleichgewicht zu haben. Wer das nicht schafft, egal ob Mensch oder gar ein ganzes Land, beginnt seine Schattenseiten nach außen zu projizieren. In den Beruf, die Familie, die Kindheit, den Partner, die Zukunftsaussichten oder gar hinter die Landesgrenzen u.v.m. 
Die Begegnung mit anderen Menschen ist eine Begegnung mit Teilen (Seiten) von Dir. Und das eigentliche Böse ist erkennbar wie verseuchende Strahlung. Es breitet sich relativ schnell aus, regt Zerfall an und zerfällt schließlich. 
Gott ist jenseits von Gut und Böse, der Teufel ist das Trennende in Gott. 
Gut und Böse ist oftmals nur eine Frage von Fronten.




Anmerkung: Inhalte teils inspiriert durch "Der kabbalistische Baum" von Katja Wolff; Begriffe 'Ich' und 'Selbst' wie bei C.G.Jung; die verwendete unverbindliche 10er-Einteilung der biblischen Gebote geht zurück auf Martin Luther; für Sefiroth verwendete Farben der Welt Beriah; die 4 großflächigen Farben im Baumhintergund (Bild) entsprechen den Temperamenten wie bei Göthe, ferner ähneln sie der Typologie von Max Lüscher. Mit den Elementsymbolen versehen, stehen sie hier für mich für die Grundformen der Angst nach Fritz Riemann. Ferner Danke an Elias für weitere Hinweise. Letzte Änderung 11.3.2001, 23.3.2004.
 
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